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Titelbeschreibung
Geibel, Emanuel, Schriftsteller (1815-1884):
Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Lübeck, 9. VIII. 1881. 8vo. 3 pp. Doppelblatt. Ausführlicher Brief an einen namentlich nicht genannten Herrn aus Bramen: ?Vor wenigen Tagen nach mehrmonatlicher Abwesenheit in meine Vaterstadt Lübeck zurückgekehrt habe ich erst jetzt Ihre Zeilen vom 29ten Mai und die mir freundlich übersandte Composition des Protestliedes empfangen, und sage Ihnen für beides meinen herzlichen Dank. Von dem Werke Ihres Freundes konnte ich zwar bis dahin nur einen unvollständigen Eindruck erhalten, da sich einen vierstimmige Ausfährung nicht so recht veranstalten ließ, doch hat schon der Versuch eines tüchtigen Musikers, mir den Klang der Stimmen und den Einklang des Ganzen auf dem Clavier deutlich zu machen, mich hinlänglich von der Trefflichkeit der Arbeit überzeugt, und ich würde es für ein schönes Glück achten, dem wackeren Componisten persönlich begegnen und ihm meine Freude und meinen Dank ausprechen zu dürfen. Doch habe ich leider für?s erste wenig Aussicht, den südwestlicheren Theil unseres Vaterlandes wiederzusehen, da mich die weiteren Ausflüge, die ich meiner Gesundheit halber jährlich zu unternehmen habe, noch entgegengesetzter Richtung zu führen. Auch Ihr Name war mir keineswegs unbekannt. Röckel und Burckhardt thaten Ihrer oft Erwähnung, und Sie wurden mir damals als der durchdringende Kritiker, als der in sittlicher Betrachtung ruhig umschauende Chor des kleinen Kritikers bezeichnet. Um so wohlthuender müßten mich daher die Worte freundlicher Anerkennung berühren, mit welchen Sie Ihr Schreiben eröffnen. Mit Kinkel ist es mir ziemlich ergangen, wie Ihnen. So gerne ich den mit ihm gemeinschaftlich vererlebtem schönen Tagen ein frommes Andenken bewahre, so wenig war es mir möglich, seinen Starrum zu folgen. Schon lange vor 48 Jahren sich unsere Pfade in aller Stille geschieden, und ich weiß nicht, ob Sie jemals wieder zusammentreffen werden.Mein Verhältniß zu Burckhardt ist dagegen durchaus das alte geblieben, nur daß bei unsrer beiderseitigen Trägheit zum Briefschreiben unsere Freundschaft einen etwas schweigsamen Charakter trägt. Doch ward mir noch ganz vor kurzem ein mündlicher Gruß von ihm gebracht, und ich erfuhr bei dieser Gelegenheit, daß es ihm wohlgehe, und daß die Vorlesungen, die er zu Basel für ein gemischtes Publikum hält, sich der zahlreichsten Zuhörerschaft zu erfreuen haben [?]?.
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